Sahara

Die Sahara ist mit neun Millionen Quadratkilometern die größte Wüste der Erde. Sie erstreckt sich vom Atlantik 6000 km in die Breite bis zum Roten Meer und von der Mittelmeerküste rund 2000 km in den Süden mit der Übergangszone des Sahel, bis zum Sudan im Süden.
Anteil an der Sahara haben Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Westsahara, Mauretanien, Mali, Niger, Tschad und die Rep. Sudan. Diese Wüste ist ein Tafelland (200-500m über dem Meeresspiegel) mit weiten Becken und Senken (Kattarasenke 137m unter dem Meeresspiegel).
Sie wird im Inneren von den Gebirgsmassiven Hoggar (bis 3000m ü.M.) und Tibesti (bis 3400m ü.M.) überragt. Die Libysche Wüste im Nordosten steigt bis 1892m über dem Meeresspiegel an; östlich des Niltals ist das Land in der Arabischen und der Nubischen Wüste bis 2500m aufgewölbt und bricht dann steil zum Roten Meer ab. Der kristalline Untergrund wird von Sedimenten sowie von vulkanischen Decken und Basaltschloten durchstossen. Mit Gesteinsschutt bedeckte Ebenen (Hammada) Geröll- (Reg) und Kieswüsten (Serir) bestimmen weitgehend das Landschaftsbild. Felsen und Gesteinsbrocken sind vielfach mit Wüstenlack überzogen; nur rund 10% der Fläche nehmen Sandwüsten, zum Teil mit aufgewehten Dünen (Erg), ein.

Das Klima der Sahara ist extrem trocken und sehr heiß mit großen tageszeitlichen Temperaturschwankungen. Gefürchtet sind die heißen, oft sandbeladenen Stürme (Samum, Chamsin, Gibli). Die vorwiegend episodischen Niederschläge fallen im N als Winterregen, im S auch als tropischer Sommerregen. Einziger Dauerfluss ist der Nil. Die Trockenflussbetten (Wadis) führen nur nach gelegentlichen heftigen Regengüssen streckenweise Wasser. Die Sahara hat keinen oder nur spärlichen Pflanzenwuchs, die Tierwelt ist an Wassermangel und Hitze angepasst. Die fortschreitende Ausdehnung der Sahara ist zum Teil durch Eingriffe des Menschen verursacht.

Von den etwa 5Mio. Bewohnern der Sahara sind heute weniger als die Hälfte sesshafte Oasenbauern und Nomaden oder Halbnomaden, der größere Teil ist in Oasenstädten tätig; die größten Bevölkerungsanteile haben Araber, Berber, Tuareg, Tubu.
Große wirtschaftliche Bedeutung haben Erdöl und Erdgas in Algerien , in Libyen (Große Syrte) und in Ägypten (Libysche Wüste); ferner Eisenerze (Mauretanien), Phosphate (Westsahara), Uranerze (Niger).

Geschichte:

Wer trabte zuerst durch die Sahara: Kamel oder Pferd?
Schon 1500 Jahre v.Chr. kam das Pferd aus Ägypten in das Gebiet zwischen der libyschen Cyrenaika und dem Nigerbogen. Im 8. Jahrhundert v. Chr. befuhren Libyer und Garamanten regelmäßig mit Pferdewagen die mittlere Sahara und transportierten die bei Griechen und Ägyptern so begehrten Waren Gold, Elfenbein und sudanesische Sklaven von Gao am Niger nach Oea am Mittelmeer, dem heutigen Tripolis.
Zu jener Zeit war allerdings die Sahara ein fruchtbares Gebiet, und erst ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. begann die zunehmende Trockenheit die Pferdezucht zu erschweren. Als Anpassung an die Misere lösten schließlich ab dem 2. vorchristlichen Jahrhundert Dromedare aus Arabien die Pferde ab.

Griechen und Karthagern war nur der Rand der Saharanäher bekannt. Die Römer drangen unter anderem nilaufwärts vor; 19v.Chr. in den Fezzan; Ende des 1.Jahrhunderts n.Chr. in den Sudan. Auf mittelalterlichen Karawanenrouten gelangten arabische Reisende unter anderem bis zum Senegal. Die europäische Erforschung der Sahara begann im 19.Jahrhundert; die letzten unerforschten Gebiete wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg mithilfe von Luftaufnahmen erkundet.

Die Sahara eine Passat und Wendekreiswüste

Die Sahara übertrifft nicht nur mit ihren kontinentalen Dimensionen, sondern auch hinsichtlich ihres hohen Trockenheitsgrades allen anderen Wüsten der Erde. Dieser Trockenheitsgrad ist ein Ergebnis aus dem Zusammenspiel von sehr wenig Regen, sehr hohen Temperaturen und einer sehr hohen Verdunstungskraft. Die Sahara ist die einzige Wüste der Erde, bei der ein großer zusammenhängender Trockengürtel als hyperarid eingestuft werden kann. So stellt die Sahara nicht nur die größte, sondern auch die extremste Wüste dar.

Fast alle anderen Wüsten mit Ausnahme der Arabischen sind mehr durch trockene oder halbtrockene Klimabedingungen gekennzeichnet. Auch von ihrer Vegetationsdecke her wären sie eher als Halbwüsten, Wüstensteppen und Dornstrauchsavannen zu bezeichnen. Ohne Zweifel nimmt also die Sahara eine Sonderrolle innerhalb der Wüsten der Erde ein: Sie ist die einzige hyperaride Kernwüste.

Die nordafrikanische Wüste stellt den Kernraum des großen altweltlichen Trockengürtels darstellt. Dieser zieht sich entlang des nördlichen Wendekreises parallel vom Atlantik bis zum Indischen Ozean. Damit ist bereits angedeutet, dass die Sahara im Unterschied zu den übrigen Trockenräumen als eine klimatisch-passattische Wendekreiswüste eingestuft werden muss. Während in den meisten anderen Wüsten die Regenarmut durch abschirmende Gebirgszüge und große Entfernungen vom Meer begründet (>Reliefwüsten<) oder durch kalte Meeresströmungen indirekt verursacht wird (>Küstenwüsten<), liegen in der Sahara die Ursachen der großen Trockenheit und Hitze allein in den klimatisch meteorologischen Bedingungen, die am Wendekreis herrschen. Durch die wenig gegliederte, ausgedehnte Landmasse des nordafrikanisch vorderasiatischen Kontinentalblockes (>Landhalbkugel<) im Bereich des nördlichen Wendekreises wird diese klimatisch bedingte Aridität im Vergleich zu den Wendekreiswüsten der Südhalbkugel (>Wasserhalbkugel<) noch zusätzlich verstärkt. Der eigentliche Grund für die Trockenheit ist allerdings die Luftmassenzirkulation (= Passatwinde), die zwischen dem Äquator und dem Wendekreis abläuft.

In den nördlichen und südlichen Randzonen können die Ausläufer zweier weiterer wirksamer Frontensysteme jahreszeitlich wechselnde Niederschläge bringen: Im Winterhalbjahr bekommt der nördliche Sahararand wie das gesamte Mittelmeergebiet Regen aus der weit nach Süden verlagerten Polarfront, im Sommerhalbjahr dagegen fallen am südlichen Sahararand Niederschläge aus der dann weit nach Norden vorgeschobenen Tropikfront. Subtropisch mediterrane Winterregen im Norden und randtropisch monsunale Sommerregen im Süden kennzeichnen daher das saisonale Niederschlagsregime in den Randgebieten der Sahara. Diese periodischen Niederschläge können als kurzfristige Starkregen große Intensitäten erreichen. Sie lösen dann in den Wadi Betten rasch abfließende Hochfluten aus.



Hammada
[arabisch »die Unfruchtbare«] die (Hamada), in der Sahara Bezeichnung für eine mit grobem und kantigem Gesteinsschutt bedeckte Wüstenebene.

Serir / Reg
Im arabischen Sprachgebiet Bezeichnung für eine weite flache Aufschüttungssenke (Ton, Sand, Kies) in den Wüsten. In Libyen wird der Begriff Reg gleich wie Serir benutzt.

Wüstenlack,
glänzende, meist braunschwarze, lackartige Mineralkruste auf Steinen oder Felsflächen; besteht aus einer 1-2mm dünnen Hartrinde von Mangan-, Kieselsäure- oder Eisenverbindungen, die an der Gesteinsoberfläche angereichert werden; zur Bildung des Wüstenlacks tragen Mikroorganismen, Taubefeuchtung und rasche Verdunstung im Wüstenklima bei. Dickere (bis 40 mm) Gesteinsüberzüge heißen Wüstenrinden, durch Sandschliff erzeugter Firnisglanz auf der Gesteinsoberfläche Wüstenpolitur.
Letzte Aktualisierung ( Friday, 8. June 2007 )